Dornholzhausen wie es Früher war.

Die erste Erwähnung findet sich im Jahre 815 im Lorscher Kodex unter der Bezeichnung "Holzhusen". Die zweite eindeutige Nennung als "Durreholzhusen" findet sich im Jahre 1294. Dornholzhausen, wie auch der gesamte Hüttenberg ist uraltes Siedlungsland. Denn neben diesen schriftlichen Zeugen deuten Funde aus der Jungstein-, Bronze- und Urnenfelderzeit  im Gebiet der Gemarkung Dornholzhausen auf wesentlich frühere Besiedlung hin. Zwingende Dokumente dieser frühen Besiedlung sind unter anderem 33 auf dem Gemarkungsgebiet Dornholzhausens liegende Hügelgräber aus der Bronzezeit bis 1200 v.Chr. sowie Scherbenfunde aus der Epoche bis 800 v.Chr.

Durch den Ostteil der Gemarkung führte schon in frühgeschichtlicher Zeit eine der bedeutendsten Fernhandelsstraßen. Nachweislich marschierten auf Ihr im ersten Jahrhundert n. Chr. u.a. die Legionen des Germanikus. In seiner wechselvollen Geschichte gelangte Dornholzhausen zu Zeiten Karls des Großen schließlich zur Herrschaft der Konradiner, welchen wie 922 n.Chr. erwähnt der Hüttenberg mit 20 Dörfern- darunter auch Dornholzhausen- zufiel. Durch Erbschaften und Vermählungen wie auch Erwerb ge

langte das Dorf mit seinen Nachbarn im 13. Und 14.Jh. unter die gemeinsame Herrschaft der Landgrafen von Hessen und des Hauses Nassau-Weilburg. Im Spannungsfeld dieser Konstellation (es ging dabei zwischen den Herrscherhäusern nicht nur harmonisch zu) hatten die Dornholzhäuser über lange Zeit häufiger schwierige Situationen zu bewältigen. 1703 einigten sich die beiden Herrschaftshäuser und Dornholzhausen fiel mit 8 anderen Dörfern an Nassau. Dadurch verbesserten sich die Lebensbedingungen des bäuerlichen Daseins jedoch nicht. Die Grafen forderten damals von ihren Untertanen erhebliche Abgaben wie z. B. Neujahrsgeld, Mühlenzins, Freigeld, Tranksteuer, Landzollgeld, Blutzehnten, Weinkaufgeld, Judenschutz, Kesselflickerzins, Spatzenfang, Pflug, Flachs und Schweinschneidergeld, wozu noch Kriegs, Operations und Kreisgelder, Frohndienste und Prinzessinnensteuer kamen.

Alte Ortsansicht

Mitte des 18. Jahrhunderts erging die Verordnung des Fürsten Karl August von Nassau, daß die Bauern ihre Häuser aus Stein aufbauen sollten, weil Holzhäuser eine große Brandgefahr darstellten.

Im Jahr 1813 zogen russische Truppen in Verfolgung des fliehenden Napoleons durch Hessen. Ziel war Dornholzhausen bei Bad Homburg. Ohne den Luxus heutiger Navigationsgeräte schlugen 20.000 Kosaken mit 7.000 Pferden Ihr lager in und um das damals 400 Seelen zählende Dornholzhausen auf. Trotz des Verbündetenstatus waren die Soldaten sehr gefürchtet, forderten "Schnaps, Groß Fleisch, Groß Brot" und brachten die russische Krankheit, das Typhus, mit, das sehr viele Opfer forderte. Nach dem Abzug der Russen Standen die Dornholzhäuser vor einem riesigen Schuldenberg, der Jahrzehnte später noch nicht getilgt war.

Durch die Verträge vom 15. Mai 1815 und 30. Juni 1816 fiel Dornholzhausen mit dem Hüttenberger Land an das Königreich Preußen, der Kreis Wetzlar wurde gebildet und der Rheinprovinz angegliedert. Auch in der ländlichen Provinz machte sich die Industrialisierung bemerkbar und industriell hergestellte Güter führten zu einer Verbesserung der Lebensqualität. 1910 wurde die erste Wasserleitung gebaut und 1919/20 erhellte eine elektrische Lichtanlage das Dorf bei Nacht.

Über Jahrhunderte war Dornholzhausen, ebenso wie seine Nachbardörfer, eine rein landwirtschaftlich orientierte Gemeinde, die durch den Zufall der Geschichte Änderungen und Belastungen ausgesetzt war. Nach dem 2. Weltkrieg mussten rund 200 Flüchtlinge in Dornholzhausen eingegliedert werden. Dies gelang durch gegenseitiges Verständnis, so dass diese neue Bevölkerungsgruppe seit Jahrzehnten voll in die Strukturen eingegliedert ist.
Von der reinen landwirtschaftlichen Gemeinde mit Kleinhandwerk hat sich Dornholzhausen seit den 60er Jahren bis heute zu einer Wohnsitzgemeinde gewandelt.